Kontaktcafé

Angebote


Täglich steht ein umfangreiches gesundes und kostengünstiges Ernährungsangebot bereit, das häufig auftretender Mangelernährung entgegen wirken soll.

Mit der Bereitstellung von Hygieneangeboten wird ein weiterer Beitrag zu gesundheitlicher Stabilisierung geleistet: Drogenkonsumenten haben die Möglichkeit, ihre Wäsche zu waschen und sich zu Duschen oder zu rasieren. Gerade der großen Zahl Obdachloser ermöglicht dies ein Leben unter menschenwürdigeren Bedingungen.

Schließlich können Drogengebraucher im Café unentgeltlich benutzte Spritzen gegen steril verpackte tauschen und weitere Utensilien für einen gesundheitsschonenden Konsum erwerben.
Insgesamt werden monatlich durchschnittlich mehr als 17.500 Spritzen oder Nadeln getauscht.
Angesichts der hohen Infektionsrate von Drogenkonsumenten mit Hepatitis und auch HIV/AIDS ist dies durch die Vermeidung der Benutzung gebrauchter Spritzen eine grundlegende Maßnahme der Überlebenshilfe.
Durch die Abgabe steriler Utensilien wird zudem das Risiko schwerer gesundheitlicher Schädigungen – etwa durch Abszesse – reduziert. Nicht zuletzt wird durch die fachgerechte Entsorgung einer derart hohen Zahl an Spritzen die Gefahr öffentlicher Spritzenfunde deutlich gemindert.

Die Anwesenheit zumeist eines Hauptamtlichen entweder aus der Drogentherapeutischen Ambulanz oder dem Kreis der Sozialarbeiter und mindestens zweier studentischer Mitarbeiter, die bei Bedarf intern zu einem hauptamtlichen Mitarbeiter vermitteln, gewährleistet, dass unmittelbar auf Besucheranliegen eingegangen werden kann.
Hauptamtliche Mitarbeiter können also oftmals direkt im Café auf Hilfestellungen und Beratungswünsche angesprochen werden, andernfalls stellen die studentischen Mitarbeiter den Kontakt her.

Das gesamte KICK ist selbstverständlich kein rechtsfreier Raum. Dies liegt auch im Interesse der Besucher, die in der Einrichtung Ruhe und Abstand vom Szenestress gewinnen wollen.
So herrscht im Café aus rechtlichen und atmosphärischen Gründen ein striktes Drogengebrauchsverbot.
Weitere wichtige Regeln:

  • Keine Gewalt jeglicher Art
  • Kein Dealen
  • Keine Hehlerei


Ziele

Das Kontaktcafé ist als Anlaufstelle der eigentliche ‚Dreh- und Angelpunkt’ der Einrichtung.

Da viele Drogenkonsumenten an ihrer Lebenssituation zunächst nichts ändern wollen oder können, wird ihnen mit dem Café zur Erleichterung des Alltags eine Aufenthaltsmöglichkeit mit zahlreichen alltagspraktischen und gesundheits- fördernden Hilfestellungen geboten.

Wiederum zielen die Angebote also nicht primär auf Drogenabstinenz, sondern auf die Verringerung der vor allem aus der Illegalisierung des Drogengebrauchs resultierenden gesundheitlichen, psychischen, sozialen und materiellen Risiken.

Für viele Besucher ist das Café ein zentraler Rückzugs- und Ruheraum mit einer wesentlichen tagesstrukturierenden und stabilisierenden Funktion, an dem sie Menschen mit vergleichbaren Problemen treffen und Kontakte pflegen können. Diese Möglichkeit zur Kommunikation abseits vom Beschaffungsstress ist ein wesentliches Motiv zur Nutzung des Angebotes und liefert einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung oder Reduzierung sozialer Ausgrenzung und psychischer Isolation.

In diesem Prozess werden die Entscheidungsfähigkeit und vorhandene Selbsthilfepotenziale der DrogenkonsumentInnen einbezogen und gefördert.
Im Rahmen des Kontaktcaféalltags entwickelt sich so auch die Möglichkeit, auf der Basis einer intensiven Beziehungsarbeit an weiterführende Hilfen zu vermitteln oder gar zum Ausstieg aus der Drogenabhängigkeit zu motivieren.

Das Kontaktcafé befindet sich somit an der Schnittstelle zwischen Szene und abstinenzorientierten Drogenhilfeangeboten. Durch die Herstellung und Stabilisierung des Kontaktes auch zu Drogengebrauchern, die durch die „traditionellen“ Angebote zuvor teilweise nicht erreicht wurden, kommt dem k!ck insofern eine wichtige Rolle im Dortmunder Drogenhilfesystem zu – nicht zuletzt hinsichtlich der Erweiterung der Reichweite.

Die wichtigsten Funktionen des Kontaktcafés für die Besucher sind:

  • Treffpunktfunktion
    • Zeitdimension, indem die freie oft wenig strukturierte Zeit überbrückt oder ausgefüllt wird
    • Kontaktdimension, indem der Kontakt mit anderen DrogengebraucherInnen aufrechterhalten wird
    • Solidardimension, indem Menschen mit gemeinsamen (Drogen-)Problemen getroffen werden
    • Dimension der Akzeptanz und Wertschätzung, mit dem Erleben einer Gemeinschaft, in der man sich wohlfühlt und anerkannt wird
    • Dimension eines Ruhepols, als ein zu den sonstigen Lebensumständen auf der Drogenszene entwickeltes Bedürfnis nach Ruhe
  • Obdachfunktion
  • Alltagshilfefunktion
  • Unterstützungsfunktion
    • emotionale Unterstützung; bei Krisen- und Belastungssituationen sowie bei drogenspezifischen Problemen
    • instrumentelle Unterstützung; preiswertes Essen, Spritzentausch, Schuldenregulierung, Arbeitsvermittlung, Wohnungsproblemen...
    • informative Unterstützung; bei der Drogenproblematik allgemein und bei Substitution, Entgiftung und Therapie
    • evaluative Unterstützung; durch Gespräche mit MitarbeiterInnen über verschiedene Aspekte lebensweltlicher Thematiken


Zielgruppe

Wie auch für die Bereiche „Beratung“ und „Drogentherapeutische Ambulanz“ soll das Kontaktcafé unabhängig vom bereits eingangs erläuterten Schwerpunkt möglichst vielen Betroffenen zur Verfügung stehen. Die Zielgruppe ist also auch hier nicht per se auf bestimmte Personengruppen begrenzt.